Ermetzhof – Munasiedlung – Ottenhofen

Marktbergels Ortsteile

Ortsplan


Ermetzhof

Lange vor der Reformation hat das Stift Eichstätt den Ermetzhof der Familie von Seckendorff (Obernzenn) als ein „freiadelig Lehn- und Rittergut" verliehen. Von Anfang an gehörte dieser Ermetzhof zum Kirchensprengel Marktbergel. In der St. Veitskirche hatte die Familie von Seckendorff einen besonderen „Stand", wie es die Chronik nennt. Diese Familie von Seckendorff hat den Ermetzhof aber nur zeitweilig selbst bewohnt und bewirt­schaftet. Im Regelfall waren dort ihre Bediensteten tätig. 67 Jahre nach dem 30-jährigen Krieg, im Jahre 1715, war der Ermetzhof völlig heruntergewirt­schaftet, sodass sich seine Besitzer entschlossen, ihn zu zerschlagen und zu verkaufen. Als Käufer fanden sich insgesamt zehn Familien, welche sich ansiedelten und so das heutige Dorf Ermetzhof gründeten. Die Namen dieser zehn Familien sind noch bekannt. Jedoch ist heute keine dieser Grün­derfamilien mehr unter den Einwohnern von Ermetzhof vertreten.

Das so entstandene Dorf gehörte in kirchlichen, schulischen und sonstigen Belangen zu Marktber­gel. Eine Änderung trat mit den Anfängen des jungen Königreichs Bayern ein. Graf von Montgelas, Ministerpräsident des ersten bayerischen Königs Maximilian I., wurde für Bayern der große Refor­mer, auf den die Einrichtung der politischen Gemeinden im heutigen Sinne, die Landkreise, die Einrichtung der Grundbuchämter und anderes zurückgehen. Für Ermetzhof ergab sich als Auswir­kung, dass es als selbstständige Gemeinde dem Landkreis Rothenburg o. d. T. zugeschlagen wurde. Rund 150 Jahre war es zwar politisch von Marktbergel getrennt, bliebt ihm aber kirchlich und schulisch verbunden. Am 14. März 1972 kehrte Ermetzhof als Ortsteil wieder zu seiner Muttergemeinde Marktbergel zurück.



Munasiedlung

Geschichte der Muna:

Frühjahr 1936
Baubeginn der Lufthauptmunitionsanstalt 1/VII Oberdachstetten
26. September 1936
Richtfest
Ende 1936 / Anfang 1937
Beginn der Fertigung von 8,8cm Flak-Granaten mit 400 Arbeitern
bis April 1945
Fertigung von 8,8 / 10,5 / 12,8 / 3,7 und 2 cm Geschossen mit 3000 Arbeitern
17. April 1945
kampflose Einnahme durch die Amerikaner
Sommer 1948
Sprengung aller (über 100) Bunker
1945 - 1954
Nutzung durch die Amerikaner unter zeitweiliger Führung des späteren Stellv Insp Heer, Generalleutnant Heinz Kasch
1954 - 1959
Nutzung durch die Zollhundeschule; Unterbringung von Heimatvertriebenen
1959 - 1962
Standort des Materialbataillon 210 und Pionierbataillon der Bundeswehr
1960
Namensgebung „Frankenkaserne"
Juli 1962 - September 1968
Nutzung durch Fernmeldeausbildungskompanie 426 (ELOKA)
1962
Errichtung Mobilmachungsstützpunkt I (4 große Lagerhallen in Leichtbauweise)
in der Folgezeit
konnten 24 Geräteeinheiten der Bundeswehr die Frankenkaserne (Muna) ihre Heimat nennen, darunter das Heimatschutzregiment 76 und die Instandsetzungslenkgruppe 761
Mai 1983 - September 1991
Standort des Jägerausbildungszentrums 56/1
1994
Rückverlegung des Wehrleitersatzbataillon 878 und Aufstellung des Heimatschutzbataillon 763
14. Oktober 1998
Einzug des VBK 63 in die Frankenkaserne

Ottenhofen

Fruchtbarer Boden, ausreichende Bewässerung und verkehrsgünstige Lage an der Straße Ansbach-Würzburg reizte sicher schon frühzeitig zur Ansiedlung im Bereich des heutigen Ortes Ottenhofen.

Nachweislich ist die Rückgabe der Siedlung Ottenhofen an das Kloster St. Gumbert zu Ansbach im Jahre 1078 durch König Heinrich VI.

1224 datiert die erste noch vorhandene Urkunde, die nachweist, dass die Kirche von Ottenhofen eine Filiale der Pfarrei Burgbernheim war. Der spätromanische Torbogen des heutigen Fried­hofseingangs ist noch erhalten gebliebener Zeuge dieser ersten Kapelle. Sie brannte 1393 nieder. Von den drei 1483 angeschafften, recht großen Glocken wurde die mittlere sowohl im ersten als auch im zweiten Weltkrieg weggeholt.

Von 1570 - 1667 gehörte die Gemeinde Poppenbach zu Ottenhofen. Der Flurwegname „Dietweg" zeigt uns, dass auch die Toten von dort in Ottenhofen beerdigt wurden. Zu Ottenhofen gehört auch noch der Lenkerwald, an der B 13 vor Gräfenbuch gelegen, und die Gartenwiese südwestlich Marktbergels. Stichpunktartig weitere Daten aus der Ottenhöfer Geschichte:

1525
aktive Teilnahme am Bauernkrieg
1528
Reformation des Ortes
1581
erste Erwähnung einer Schule (seither lückenloser Nachweis)
1618 - 1648
starke Dezimierung der Bevölkerung durch Auswirkungen des 30-jährigen Krieges. Aus dieser Zeit stammt noch die Friedhofsmauer mit ihren Schießscharten.
1692
Anschaffung der ersten Orgel
1850
Turmuhr installiert
1898
Anschluss an die Eisenbahn und Bahnhofseröffnung. Einrichtung einer Posthilfsstelle mit Telefon
1909
Elektrifizierung des Ortes
1910
Bau der neuen, jetzigen Kirche
1920
Ortsbeleuchtung mit 10 (!) Lampen
1965
Auflösung der Schule, Anschluss an Marktbergel
1984
Auflösung der Gemeindeverwaltung und Eingemeindung

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